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Freundschaft
 

Ein zentraler Begriff in Buddhas Lehre ist "Metta". Metta bedeutet "Freundschaft" und bezieht sich auf die Freundschaft zu sich selbst, zu allen anderen Lebewesen und zur ganzen Welt. Diese Freundschaft entspringt der Einsicht in die wahre Natur des Daseins sowie der Erfahrung von Verbundenheit. Sie äußert sich in Wohlwollen, Liebe, Güte und Verständnis und beinhaltet den Wunsch nach Glück, Frieden und Freiheit von Leid. 

Metta gehört zu den sogenannten Brahmaviharas, den vier höchsten Geisteszuständen. Die anderen drei sind: Mitgefühl, Freude und Gleichmut. Mitgefühl (Karunā) zeigt sich als Mit-empfinden für das Leid anderer Lebewesen und beinhaltet den Wunsch, dieses Leid zu lindern. Freude (Muditā) besteht darin, sich mit den Wesen zu freuen und wird von daher auch Mitfreude genannt. Gleichmut (Upekkhā) bedeutet, alles so zu akzeptieren, wie es ist. Dies schließt aktives Handeln zum Wohl der Wesen jedoch nicht aus. Upekkhā beinhaltet automatisch die Qualitäten von Mettā, Karunā und Muditā, auf deren Grundlage wir handeln werden.

In unserem Geist sind diese Brahmaviharas von Natur aus bedingungslos und grenzenlos vor-handen. Je klarer der Geist ist, desto deutlicher treten sie hervor. Sie sind wie die Sonne hinter den Wolken. Metta und die anderen Brahmaviharas können wir nicht bewusst hervorrufen, aber die Entwicklung von Freundschaft und Achtsamkeit hilft, diese »Wolken« aufzulösen. Diese »Wolken« bilden einen Schleier in unserem Geist, durch den wir ein Getrenntsein in dieser Welt erfahren. Je mehr sich dieser Schleier auflöst, desto mehr erfahren wir Einheit und Verbundenheit. Aus dieser Erfahrung der Einheit und Verbundenheit heraus wird unser Denken, Reden und Handeln von Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut geprägt sein.​ Der Weg in die Freiheit zu gehen, bedeutet gleichzeitig, dass diese Qualitäten hervortreten werden, die in jedem Menschen innewohnen. Das Karaniyametta Sutta fasst zusammen, was zu tun ist, um auf diesem Weg voranzukommen. Das Wort "Karaniya" bedeutet "zu tun".

Karaniyametta Sutta

»Wie sollte ein Mensch sein, der nach Befreiung strebt?

Er sollte gewissenhaft sein, aufrecht und diszipliniert,

mit angenehmen Manieren und bescheiden.

Glücklich und zufrieden, nur mit gutem Gemüt,

mit wenigen weltlichen Pflichten und einem einfachen Leben,

mit beruhigten Sinnen und abgekühltem Geist,

mit wenigen Lasten und Besitztümern und alle gleich behandelnd.

Er sollte frei sein von schädlichen und unwürdigen Gedanken, Worten und Taten. 


Er wünscht sich: Alle, die einen Hauch von Leben haben, mögen frei sein von Furcht und Gier.

Die Sichtbaren und die Unsichtbaren, die Nahen und die Fernen,

die Geborenen und die Ungeborenen, alle Wesen mögen frei sein von Leid.

Mögen sie einander nicht betrügen, mögen sie alle wie nahe Verwandte behandeln.

Mögen sie einander nichts Böses wünschen und frei von Leid sein,

indem sie die wahre Natur dieser Welt sehen.

Wie eine Mutter ihr Kind mit ihrem Leben schützt und behütet,

so hegt er grenzenlose Güte für alle Wesen und die ganze Welt.

Ohne Hass, ohne Feindschaft, ohne Grenzen nach oben, nach unten und nach allen Seiten.

Im Gehen und Stehen, im Sitzen und Liegen entfaltet und pflegt er eifrig diese Gesinnung.

m Stehen oder Gehen, im Sitzen oder Liegen hält er diese Gesinnung aufrecht.


Wer sich nicht in Ansichten verliert, wer Tugend und Einsicht gewinnt,

für den gibt es nur Glück und inneren Frieden.«

Alle Lebewesen haben eines gemeinsam: Sie sind in dieses Leben hineingeboren worden und wollen glücklich und friedlich leben. Wir alle sind, bewusst oder unbewusst, auf der Suche nach vollkommenem Glück, Frieden und Freiheit. Aber die meisten wissen nicht wirklich, wie sie es erreichen können und versuchen es aus Unwissenheit auf alle möglichen und manchmal zerstörerischen Art und Weise. Diese Einsicht kann zu mehr Verständnis für das eigene Handeln und das der anderen führen. Auch wenn das nicht bedeutet, dass wir alles gutheißen müssen, so ergibt sich daraus doch die Möglichkeit, mehr Frieden in uns selbst und in der Welt zu ver-wirklichen.​

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